Praxisszenario: Wiederkehrende Lieferungen — vom Etikett-Scan zum Prüfprotokoll
Ein durchgespieltes Beispiel aus dem Maschinenbau-Wareneingang: Wie eine wiederkehrende Lieferung per Code-Scan startet, geführt geprüft wird und als Mangelanzeige plus Prüfprotokoll endet.
Hinweis: Das folgende Szenario ist ein illustratives Beispiel, wie ein strukturierter Wareneingang mit Quilva Inspect ablaufen kann — keine Kundenreferenz. Zahlen und Namen sind frei gewählt.
Ein mittelständischer Maschinenbauer bezieht wöchentlich Gehäusedeckel von einem festen Lieferanten. Jede Lieferung kommt mit einem GS1-DataMatrix-Etikett auf dem Lieferschein: Charge, Artikelnummer, Menge, Lieferdatum. Geprüft wird jede Lieferung — Etikett, Verpackung, Vollständigkeit, Oberflächen: eine Wareneingangsprüfung, wie sie im Maschinenbau tausendfach vorkommt. So sieht der Ablauf strukturiert aus.
Einmalig: Der Qualitätsleiter definiert den Ablauf
Der Qualitätsleiter legt eine Prüfvorlage „Wareneingang Gehäusedeckel“ an — ohne Programmierung:
- Kopfdaten: Lieferant, Lieferschein-Nr., Charge, Menge.
- Prüfschritte mit Pflichtfotos: Etikett, Verpackung im angelieferten Zustand, Deckel von oben, Dichtfläche im Detail.
- Prüfregionen: Auf einem Referenzfoto markiert er einmal die Bereiche, auf die es ankommt — Typenschild, Dichtfläche, Bohrbild. Diese Regionen erkennt die automatische Bilderkennung später auf jedem Prüffoto wieder.
- Scan-Bindung: Er scannt ein Beispiel-Etikett; die enthaltenen Felder (Charge, Artikelnummer, Menge) ordnet er per Drag-and-drop den Kopfdaten der Vorlage zu. Ab jetzt weiß das System, wie dieses Lieferantenetikett zu lesen ist.
Jede Woche: Der Prüfer startet per Scan
Dienstag, 7:40 Uhr, Wareneingang. Der Prüfer öffnet Quilva auf dem Tablet und tippt „Per Scan starten“. Er hält die Kamera auf das Etikett des Lieferscheins:
- Der Code wird erkannt, die passende Vorlage gefunden — die Prüfung öffnet sich mit vorausgefüllten Kopfdaten: Charge, Artikelnummer, Menge. Kein Abtippen, keine Zahlendreher. Jedes übernommene Feld trägt ein „Scan“-Kennzeichen — die Herkunft bleibt am Vorgang dokumentiert.
- Die geführte Prüfung beginnt: „Foto 1 von 4 — Etikett“. Eine eingeblendete Schablone zeigt, wie das Teil ins Bild gehört; steht die Kamera falsch, sagt die App es sofort — etwa „Zu weit weg — näher heranzoomen“.
- Auf dem Foto der Dichtfläche erkennt Quilva die definierten Prüfregionen wieder und hebt eine Auffälligkeit hervor: eine Schramme am Rand. Der Prüfer sieht sie sich an, bestätigt den Befund, markiert die Stelle und stuft den Schweregrad ein — die Entscheidung trifft er, nicht die Software.
- Ein Pflichtfeld bleibt offen? Weiter geht es erst, wenn es ausgefüllt ist. Eine Prüfregion nicht bestätigt? Dann taucht sie im Urteil auf.
Das Ergebnis: berechnet, nicht verhandelt
Aus den dokumentierten Befunden berechnet Quilva das Gesamturteil nach dem Prinzip „schlechtester Befund gewinnt“: Die dokumentierte Schramme führt zu „Annahme mit Vorbehalt“ — mit sichtbarem Auslöser. Der Prüfer hinterlegt die geforderte Maßnahme (Nachbesserung der betroffenen Teile) und die Frist für die Lieferantenantwort; ohne diese Begründung lässt sich die Prüfung nicht einreichen.
Weil für diese Prüfung ein Zweitprüfer benannt ist, geht sie zur 4-Augen-Freigabe an die Qualitätsleitung: Sie sieht die Befunde am Bild, gibt frei — und steht namentlich als Freigeberin im Protokoll.
Zwei Dokumente, ein Vorgang
Mit der Freigabe entstehen per Fingertipp zwei PDF-Dokumente mit Zeitstempel:
- die Mangelanzeige für den Lieferanten — die Befunde mit markierten Fotos, Mengen und Einstufung; die Grundlage der §377-Rüge, konkret und direkt aus der Prüfung entstanden;
- das Prüfprotokoll für die interne QS — der nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Nachweis inklusive der bestätigten Prüfregionen.
Monate später, beim Lieferantenaudit, lässt sich der Vorgang wieder öffnen: Wer hat wann geprüft, was wurde beanstandet, wer hat freigegeben — und der Bericht entsteht weiterhin aus exakt der Vorlagenversion, die zum Zeitpunkt der Prüfung galt.
Was dieses Szenario zeigt
- Der Start kostet Sekunden — Kopfdaten kommen vom Etikett, nicht von der Tastatur.
- Die Prüfung ist standardisiert — jeder Prüfer, jede Schicht, derselbe Ablauf.
- Das Urteil ist belastbar — berechnet aus Befunden, mit benanntem Freigeber.
- Die Dokumente sind adressatengerecht — Mangelanzeige nach außen, Prüfprotokoll nach innen.
Wie das an Ihren Teilen aussieht? Vereinbaren Sie eine Demo — wir spielen Ihren Prüffall gemeinsam durch.